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Die European Kung Fu Organisation (EKO) hat es sich
zur Aufgabe gemacht, die chinesische Kultur, insbesondere die der
Traditionellen Chinesischen Kampfkünste (TCK), zu pflegen und
weiterzugeben. Zu einem umfassenden Verständnis der Kampfkunst gehört
nach unserer Auffassung neben dem Beherrschen ihrer überlieferten
Techniken das Wissen um ihre historischen und philosophischen Wurzeln
sowie ihre ethischen Grundlagen.
In besonderer Weise fühlen wir uns den Idealen der
Jing Wu-Schule verpflichtet, die 1909 in Shanghai von dem chinesischen
Volkshelden, Meister Huo Yuen Chia, gegründet wurde. Ziel der Jing Wu war
die Ausbildung von Körper, Geist und Tugend.
Das Kung Fu vereint in sich die drei großen Geistesrichtungen
Chinas. Von seinen Wurzeln her ist es stark vom Buddhismus geprägt.
Zugleich orientierten sich Traditionelle Kung Fu-Schulen stets an der
Etikette der konfuzianischen Lehre. Höflichkeit, Toleranz, Respekt vor den
überlieferten Künsten und eine familiäre Atmosphäre sind Ausdruck
dieser Tradition. Taoistische Elemente innerhalb des Traditionellen Kung
Fu sind das Streben nach Harmonie der Kunst und des gesamten
Lebensumfeldes des Übenden, nach Ausgewogenheit des Trainings...
Überlieferte Kampfkunsttugenden (Wu De) sind außerdem*
- die 5 Tugenden der Handlung:
- Qianxu (Demut)
- Zunjing (Achtung)
- Zhengyi (Rechtschaffenheit)
- Xinyong (Vertrauen)
- Zhongcheng (Loyalität)
- die 5 Tugenden des Geistes:
- Yizhi (Wille)
- Rennai (Ausdauer)
- Yili (Beharrlichkeit)
- Hengxin (Geduld)
- Yonggan (Mut)
Nur mit diesem Hintergrund kann die Traditionelle Kampfkunst einen
förderlichen Einfluss auf die Persönlichkeit und auf das gedeihliche
Zusammenleben innerhalb der Gesellschaft ausüben. Am Ende steht das Ideal
eines reifen Kampfkünstlers mit einer starken und gesunden
Persönlichkeit, die allen Aufgaben des Lebens gewachsen ist.
Wir sind uns dessen bewusst, dass all diese Hintergründe des Kung Fu im
Zusammenhang mit einer anderen Zeit und Kultur stehen und für
unsere (heutige und westliche) Mentalität transformiert werden müssen.
Die transkulturelle Übertragung der Traditionellen Chinesischen
Kampfkünste bedeutet für uns, ihre Wurzeln und Wertvorstellungen für
unsere Schüler verständlich und nutzbar zu machen.
* nach: Werner Lind, Lexikon der Kampfkünste
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