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Geschichte
Der Langfaust-Stil ist einer der ältesten Kung
Fu-Stile überhaupt; vermutlich ist er schon im neunten Jahrhundert
n.Chr. entwickelt worden. Die Ursprünge des Stils liegen so sehr
im Dunkel der Geschichte, dass anders als bei anderen Stilen nicht einmal
eine legendäre Gründerfigur existiert.
Die Techniken des Stils sind so grundlegend, dass viele späteren
Stile (insbesondere Choy Lay Fat und Taiji) Bewegungen aus dem Langfaust-Stil
übernommen haben. Seit Jahrhunderten nutzen Peking-Oper-Schulen diese
Kunst für die körperliche Grund-Ausbildung ihrer Schüler.
Auch im Modern Wu Shu gibt es eine versportlichte Version des Chang Chuan,
mit akrobatischen Sprüngen, Sprungtritten etc.
Bis heute ist Langfaust-Kung Fu in vielen Varianten beliebt und verbreitet
wie kaum ein anderer Stil. Allerdings gibt es kaum noch Schulen, die allein
diesen Stil weitergeben. Meist unterrichten nämlich Meister die Langfaust-Formen
im Anfängerbereich, bevor sie ihren eigentlichen Stil weitergeben.
Charakteristika
Die Techniken des Langfaust-Stiles sind ganz überwiegend
weit und ausladend.
Das Training des Stils ist wirklich eine Propädeutik für die
gesamte Kampfkunst: die kraftvollen und weiten Bewegungen sind fast ausschließlich
mit tiefen und deutlichen Stellungen kombiniert, dazwischen gibt es Einbeinstellungen,
die das Balancegefühl trainieren; zahlreiche Rhythmuswechsel und
fließende Drehbewegungen verbessern die Koordination.
Erleichtertes Bewegungslernen: Langfaust-Bewegungen
als motorische Grundausbildung
Nach vielen Jahren des Unterrichtens hat sich in der
EKO gezeigt, was in China schon seit Jahrhunderten bekannt ist: Durch
das Erlernen der weiten Bewegungen bei Handtechniken und der Beinarbeit
gewinnen die Schüler eine umfassende Körperwahrnehmung und motorische
Fertigkeiten, die sie die Feinheiten der folgenden Techniken sehr viel
leichter verstehen lässt.
Die Formen Xiao Gong Li Quan und Gong Li Quan sind auf die Bedürfnisse
der Anfänger zugeschnitten.
- Weniger Bewegungen als
in den sonst überlieferten Formen des Traditionellen Kung Fu
Die beiden Formen sind mit 15 bzw. 20 Techniken inhaltlich begrenzt,
der Anfänger wird also vom Umfang her nicht überfordert. In
den traditionellen Stilen gibt es meist keine solchen Einstiegsformen;
die konfuzianische Unterrichtsmethode setzte auf den unbedingten Willen
und Gehorsam der Schüler; Motivierung der Schüler spielte
keine große Rolle.
- Leichtere Techniken als
in den sonst überlieferten Formen des Traditionellen Kung Fu
Sie beinhalten vorwiegend einfache Techniken und Bewegungsabläufe,
wenige wichtige Stellungen, die grundlegendsten Fuß- und Handtechniken.
In den darauffolgenden Formen des Mantis-Stils finden sich die Techniken
allesamt wieder, die Bewegungsanforderungen steigern sich langsam und
sukzessiv.
- Deswegen: schnelle Umsetzung
am Partner möglich
Die Techniken lassen sich leicht mit Partner üben, die Schüler
profitieren davon mit höherer Trainingsmotivation, besserem Verstehen
der Techniken und damit größerem Lernfortschritt.
Die Vorbereitung mit Hilfe der Langfaust-Techniken hat
die Ausbildung innerhalb der EKO weitaus systematischer gemacht.
Das Konzept, die Schüler zu Anfang nicht mit alten chinesischen Ausbildungsplänen
und komplexen Formen zu überfordern, sondern die Anforderungen langsam
zu steigern, zeigt überzeugende Ergebnisse.
Auf Wunsch können Schüler außerhalb des Ausbildungsganges
noch einige weitere Langfaust-Formen erlernen.
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Sifu Holger Heek zeigt eine Technik aus
der Basisform der fünf Stellungen
(Wu Bu Quan)
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